Kurz vor Weihnachten begab sich eine Gruppe der Höchster SPD mit Freunden auf eine besondere Stadtführung, geleitet von der Architektin und Raumforscherin Tülây Güneş. Sie eröffnete einen ungewohnten Blick auf Höchster Geschäfte und Gebäude aus dem Blickwinkel von Menschen, deren Vorfahren oder die selbst vor langer Zeit zugereist waren.
Dalbergstraße, Königsteiner Fußgängerzone oder die Bolongarostraße sind geprägt durch mehrsprachige Beschilderungen und erzeugen ein internationales Flair. Die meist Inhaber geführten Läden und Gaststätten dienen der Nahversorgung und sind ein stabiler Wirtschaftsfaktor. Hierdurch ist Höchst gemäß dem Einzelhandels- und Zentrenkonzept ein B-Zentrum, gleich nach der Innenstadt (Zeil) als A-Zentrum.
Leider wird diese Geschäftstüchtigkeit selten anerkannt. Eher machen die dort Beschäftigten die Erfahrung, als fremd wahrgenommen zu werden, obwohl sie hier aufgewachsen sind. Ihre Mehrsprachigkeit wird selten als Wert geschätzt, obwohl sie die Lücken füllten, die Alteingesessene hinterließen, deren Nachkommen das Geschäft der Eltern nicht übernehmen wollten.
Der Blick wurde auch auf interessante Fassaden gerichtet, wobei einzelne sogar auf die Kolonialzeit zurückblicken lassen, ebenso, wie Erinnerungen an vertriebene jüdische Ladenbesitzer.
Nach einer Stunde Rundgang fand sich die Gruppe im Café Mausclick ein, um bei warmem Tee über die Eindrücke zu reflektieren und Verständnis für unterschiedliche Erfahrungen zu entwickeln. -„Welche Merkmale könnten für Menschen, die zugewandert sind, in die Diskussion zur Erinnerungskultur einfließen und wie könnte daraus mehr Miteinander entstehen“, fragten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Teilnehmende des eritreischen Kulturvereins bemerkten im Anschluss, dass diese Stadtführung sehr informativ war und ihren Blick auf Höchst, ihren Wohnort und ihre (neue) Heimat neu geschärft hat. Sie wollen ihren Vereinsmitgliedern vorschlagen, auch eine solche Stadtführung zu erleben. red