Am Sonntag, 22. März, präsentiert die Evangelische Kantorei Unterliederbach und Höchst unter der Leitung von Propsteikantor Raphaël Arnault um 18 Uhr ihr nächstes Oratorienkonzert in der Stephanuskirche in der Liederbacher Straße 36b in Unterliederbach. Mit „Les sept paroles du Christ en croix“ von Théodore Dubois hat sich die Kantorei eine selten zu hörende Perle ausgesucht.
„Ich bin auf dieses Stück ziemlich zufällig gestoßen. Während meines Studiums habe ich bereits wunderschöne Motetten von Dubois gesungen, wusste aber nicht, dass er auch ein Oratorium komponiert hat. Dieses Werk hat mich sofort angesprochen, und mir wurde klar: Das möchte ich hier aufführen!“, erklärt Raphael Arnault begeistert.
Die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz waren stets eine unerschöpfliche Inspirationsquelle für Komponisten. In Deutschland ist vor allem das Oratorium von Joseph Haydn bekannt, das die Kantorei zuletzt im Jahr 2003 aufgeführt hat. Auch in Frankreich entstanden mehrere Werke über diesen tiefgründigen Text. Das Oratorium von Dubois ist interessanterweise besonders in den Vereinigten Staaten beliebt, wo es häufig in englischer Übersetzung gesungen wird. In Europa hingegen wird das Werk selten aufgeführt, obwohl seine Musik gleichermaßen eingängig wie ergreifend ist.
Dubois komponierte das Werk relativ früh in seiner Laufbahn und wurde damit schnell bekannt. In dieser Zeit war er gemeinsam mit César Franck an der Pariser Kirche Sainte-Clotilde tätig.
„Bei der Suche nach den Noten habe ich in der Morgan Library in New York eine Handschrift von Dubois entdeckt – eine unveröffentlichte Fassung für Orgel, Streicher und Harfe. Das war besonders spannend, denn es waren nur die einzelnen Instrumentalstimmen erhalten. Ich musste sie zunächst zusammenstellen, um eine Dirigierpartitur zu erstellen“, berichtet der Propsteikantor. „Es handelt sich also wirklich um eine Rarität, die am 22. März zu hören sein wird.“
Begleitet wird die Kantorei von einer hochkarätigen Besetzung mit dem Eliot Quartett, dem Konzertorganisten Lars-Simon Sokola und der Harfenistin Sara Esturillo. Als Solisten treten die Sopranistin Rahel Luserke, der Tenor Konstantin Glomb sowie in der Rolle Jesu der griechische Bassbariton Christos Pelekanos auf.
Neben dem Oratorium von Dubois runden Motetten von Gabriel Fauré und der französischen Komponistin Mel Bonis sowie Orgelwerke von Charles Tournemire und Maurice Duruflé das Programm ab.
Karten können online unter https://eventfrog.de/7-paroles oder an der Abendkasse ab 17.15 Uhr erworben werden. Der Eintritt kostet für Erwachsene 16 Euro und für Studierende 12 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre ist der Eintritt frei. red