13. Januar 2020

Biobasierte Reststoffe nutzbar machen

Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert „Innovationsraum BioBall“

Allein in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main fallen pro Jahr über eine Million Tonnen an biobasierten Reststoffen an. Um den Strukturwandel hin zu biobasierten Stoffkreisläufen nachhaltig voranzutreiben und zu einer bioökonomischen Wertschöpfung beizutragen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den „Innovationsraum Bioökonomie im Ballungsraum – BioBall“ in den kommenden Jahren mit bis zu 20 Millionen Euro.

„Wir wollen die biobasierten Reststoffe vermehrt stofflich nutzbar machen. Denn angesichts des Klimawandels und der wachsenden Weltbevölkerung sind die Grenzen unserer derzeitigen, überwiegend auf fossilen Ressourcen basierten Wirtschaftsweise absehbar“, erklärte Professor Dr. Thomas Bayer, Vizepräsident Forschung der Provadis Hochschule, die Idee, die hinter dem „Innovationsraum Bioökonomie im Ballungsraum“ (BioBall) steckt.
Für die Forschung, Entwicklung und Umsetzung hat sich die Provadis Hochschule am Industriepark Höchst mit Partnern aus Hochschulen, Forschungsinstituten, privater und kommunaler Wirtschaft sowie der öffentlichen Verwaltung zusammengetan. „BioBall entwickelt eine neue Innovationskultur und fördert den so wichtigen Transfer in die Praxis. Neue Formen der Zusammenarbeit zwischen industriellen, wissenschaftlichen und kommunalen Akteuren ermöglichen das“, betonte Dr. Michael Meister, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung im Rahmen der Übergabe der ersten fünf Förderurkunden im Industriepark Höchst.
„Denn nur mit neuen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen aus der Bioökonomie können wir zukünftig eine höhere Wertschöpfung erreichen. Gleichzeitig werden wir sowohl dem Umwelt- und Klimaschutz sowie der Sicherung unseres Wohlstandes gerecht“, erklärte der Staatssekretär. Diese ersten „BioBall“-Projekte werden in Kooperation mit den Universitäten Kassel und Darmstadt, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung sowie der „DECHEMA“ Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie in den kommenden Jahren mit Fördergeldern vorangetrieben. Der besondere Fokus liegt dabei auf Wirtschaftlichkeit, Skalierbarkeit und Klimaschutz. Die Initiatoren des Innovationsraums „BioBall“ wollen ein Vorbildmodell für eine nachhaltige, bioökonomische Wertschöpfung entwickeln, das national wie international anschlussfähig ist und in andere Regionen – vor allem in andere Ballungsräume – übertragen werden kann.
„BioBall“ ist einer von vier Innovationsräumen, die deutschlandweit vom BMBF gefördert werden. Die weiteren Innovationsräume beschäftigen sich mit Textilien aus nachwachsenden Rohstoffen, der nachhaltigen Nutzung von Meeresorganismen und neuen Lebensmittelsystemen. red

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