29. September 2020

Virologe zu Gast beim Wirtschaftsstab

Corona-Schnelltests und Zeil-Öffnung für den Weihnachtsmarkt in der Diskussion

Bei der 17. Sitzung des Frankfurter Wirtschaftsstabs am vergangenen Freitag kamen nicht nur in gewohnter Manier Vertreter unter anderem von IHK, Handwerkskammer, Wirtschaftsförderung, Arbeitsagentur, Jobcenter sowie der Stadt zusammen, sondern auch der Virologe Martin Stürmer war zu Gast in der Runde. Der Frankfurter Privatdozent für Medizinische Virologie informierte ausgiebig über das aktuelle Corona-Infektionsgeschehen und diskutierte mit den Teilnehmenden unter anderem über die Corona-Sicherheit im Flugverkehr, Antigentests und die Fünf-Tage-Quarantäne.

Im Zuge seines Berichts machte Martin Stürmer auf die herausfordernde Ambivalenz der aktuellen Lage aufmerksam: „Die jetzige Momentaufnahme für Deutschland ist gut, aber es besteht jederzeit die Gefahr, die Kontrolle über das Infektionsgeschehen wieder zu verlieren. Gezielte Corona-Schutzmaßnahmen müssen dies verhindern – falls notwendig. Gleichzeitig soll dadurch natürlich ein großflächiger Lockdown abgewendet werden.“
Insgesamt kann man aus dem Bericht des Virologen auf eine vorsichtige Zuversicht schließen: So ist im Vergleich zu den Zahlen im Frühjahr die derzeitige Todesrate trotz steigender Infektionszahlen verhältnismäßig gering. Dies liegt beispielsweise an einer verbesserten medikamentösen Behandlung, wodurch schwere Krankheitsverläufe abgemildert werden konnten. „Man hat in den letzten Monaten viel gelernt“, sagte Stürmer dazu. Zu den hilfreichen Lernprozessen gehören auch die Erkenntnisse, wie man sich als Einzelperson besser schützen kann und auf welche Art und Weise das Virus überhaupt übertragen wird.
Mut macht den Frankfurter Wirtschaftsakteuren zudem der Ausblick auf den Antigen-Schnelltest, der von der Firma Roche entwickelt wird. Die erfolgreiche Entwicklung des Tests könnte einen außerordentlichen Schub für die Eventbranche, die Gastronomie und Hotellerie wie auch die Kreativwirtschaft bedeuten. In circa 15 Minuten soll ein Ergebnis nach Durchführung der neuen Test-Art vorliegen, sodass beispielsweise Gäste von Großveranstaltungen vor dem Einlass zukünftig kurzfristig getestet werden könnten.
Thomas Feda, Geschäftsführer der „Tourismus + Congress GmbH“, berichtete, dass er sich bezüglich des Frankfurter Weihnachtsmarktes im intensiven Austausch mit dem Gesundheitsamt befindet. So ist ein entsprechendes Hygiene- und Abstandskonzept für den Weihnachtsmarkt bereits ausgearbeitet. Klar ist: Sollte der Weihnachtsmarkt realisiert werden, so wird er in diesem Jahr deutlich anders aussehen als sonst. „Mutmaßlich würden wir einzelne Elemente des Weihnachtsmarkts vom Opernplatz über die Freßgass, den Roßmarkt bis zum Römerberg und den Main verteilen“, sagte Thomas Feda. Gerne würde er auch die Zeil für den Weihnachtsmarkt mit einbeziehen.
Hierzu steht er in enger Abstimmung mit den beteiligten Dezernaten. Der Wirtschaftsstab unterstützt diese Initiative und Stadtrat Markus Frank hielt am Ende der Sitzung fest: „Die Idee eines dezentralen Frankfurter Weihnachtsmarkts ist eine großartige Möglichkeit, um die Innenstadt wieder mehr zu beleben und damit auch den Händlern unter die Arme zu greifen. Dieses Vorhaben unterstütze ich gerne.“ red

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